REAG/GARP

Das Grundprogramm REAG/GARP unterstützt Sie finanziell und organisatorisch bei der freiwilligen Rückkehr in Ihr Herkunftsland oder der Weiterwanderung in einen aufnahmebereiten Drittstaat.

Wenn Sie freiwillig zurückkehren bzw. weiterwandern wollen und dies nicht selbst finanzieren können, hilft Ihnen das REAG/GARP-Programm. Es unterstützt Sie bei der Organisation der Reise und übernimmt die Kosten für Ihr Flug- oder Busticket. Abhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit können Sie außerdem finanzielle Unterstützung für die Reise sowie finanzielle Starthilfen bekommen. Das Programm wird vom Bundesministerium des Innern und den zuständigen Ministerien der Bundesländer sowie vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU (AMIF) finanziert.

Im Erklärfilm auf der Startseite können Sie sich anschauen, wie eine freiwillige Rückkehr aussehen kann.

Art der Unterstützung
Ob und welche finanzielle Unterstützung Sie erhalten können, hängt von mehreren Kriterien ab, zum Beispiel Ihrer Staatsangehörigkeit. Folgende Leistungen sind möglich:
  • Übernahme der Reisekosten
  • Reisebeihilfe
  • Finanzielle Starthilfe
Unterstützte Personengruppen
Sie können mit REAG/GARP gefördert werden, wenn Sie selbst (sowie unterhaltspflichtige Angehörige) nicht die nötigen Mittel für eine Rückreise aufbringen können und wenn Sie zu dem folgenden Personenkreis gehören: Asylbewerberinnen und Asylbewerber, Personen, die einen negativen Asylbescheid erhalten haben, Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis besitzen (z.B. anerkannte Flüchtlinge), Opfer von Zwangsprostitution oder Menschenhandel.
Wenn Sie die Staatsangehörigkeit eines der folgenden Länder besitzen, können Sie zusätzlich eine finanzielle Starthilfe erhalten:Starthilfe Gruppe 1: Afghanistan, Äthiopien, Eritrea, Gambia, Ghana, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan.Starthilfe Gruppe 2: Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Benin, Burkina Faso, China, Côte d'Ivoire, Demokratische Republik Kongo, Georgien (nur bei Einreisen bis zum 27.03.2017, ansonsten nur Übernahme der Reisekosten), Guinea, Guinea-Bissau, Indien, Kamerun, Kenia, Libanon, Libyen, Mali, Marokko, Mongolei, Niger, Palästinensische Autonomiegebiete, Russische Föderation, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Syrien, Tadschikistan, Togo, Tunesien, Türkei, Ukraine (nur bei Einreisen bis zum 10.06.2017, ansonsten nur Übernahme der Reisekosten), Vietnam.Die Höhe der finanziellen Starthilfe hängt davon ab, welcher Gruppe Ihre Staatsangehörigkeit zugeordnet ist.Wenn Sie visumsfrei nach Deutschland einreisen konnten, können nur Ihre Reisekosten übernommen werden. Sie erhalten keine Reisebeihilfe oder finanzielle Starthilfe. Dazu zählen zum Beispiel die Westbalkanstaaten.Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten können nicht mit REAG/GARP unterstützt werden.Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage werden momentan keine freiwilligen Rückreisen nach Syrien, Libyen sowie Jemen im Rahmen von REAG/GARP unterstützt. Die freiwillige Rückkehr nach Eritrea und Somalia ist nur eingeschränkt möglich und bedarf einer tiefergehenden Prüfung. Daher kann die Bearbeitung länger dauern. Weitere aktuelle Informationen können Sie immer auf den jeweiligen Länderseiten ansehen.Hinweis: Staatsangehörige aus Georgien und der Ukraine müssen vor der jeweiligen Visaliberalisierung (Georgien 28.03.2017/Ukraine 11.06.2017) in Deutschland eingereist sein, um eine finanzielle Starthilfe erhalten zu können. Ansonsten können nur die Reisekosten übernommen werden.

Antragstellung
Bevor Sie REAG/GARP beantragen, sollten Sie sich individuell und unverbindlich beraten lassen. REAG/GARP können Sie deshalb nur über eine Rückkehrberatungsstelle beantragen. Es gibt unabhängige Beratungsstellen und staatliche Beratungsstellen. Unabhängige Beratungsstellen finden Sie zum Beispiel bei Wohlfahrtsverbänden, staatliche Beratungsstellen in Sozialämtern oder Ausländerbehörden. Darüber hinaus können Fachberatungsstellen, zentrale Rückkehrberatungsstellen und der UNHCR für Sie REAG/GARP-Anträge stellen. Hier finden Sie die nächstgelegene Rückkehrberatungsstelle. Ihre mögliche freiwillige Rückkehr wird dann in Koordination mit der IOM organisiert.
Benötigte Dokumente
Um freiwillig ausreisen zu können, müssen Sie mindestens im Besitz eines gültigen Reisepasses, Passersatzpapiers oder einer Grenzübertrittsbescheinigung (GÜB bei ausreisepflichtigen Personen) für das jeweilige Rückkehrland sein. Einige Länder gestatten ihren Staatsangehörigen die Einreise auch mit dem EU Laissez-Passer. Antragssteller afrikanischer Herkunftstaaten benötigen häufig erst eine Buchungsbestätigung von IOM, bevor sie bei der Botschaft ihres Herkunftslandes das entsprechende Reisedokument beantragen können.
Reisen Sie in ein aufnahmebereites Drittland, so benötigen Sie ein Einwanderungsvisum, das zum dauerhaften Aufenthalt von einem Jahr berechtigt.Medizinische Sonderfälle und Flugtauglichkeit bei Schwangerschaften
Eine freiwillige Ausreise kann auch bei gesundheitlichen Einschränkungen erfolgen. Bitte beachten Sie, dass sogenannte MEDA-Fälle eine längere Bearbeitungszeit haben, abhängig von der Erkrankung und den benötigten medizinischen Gutachten.
Bei einer nachgewiesenen Schwangerschaft ist eine Flugtauglichkeitsbescheinigung notwendig.Medizinische Fälle sind auf dem REAG/GARP-Antragsformular unbedingt zu vermerken. Einzelheiten (Medikamente, ggf. medizinische Begleitung, ärztliche Gutachten etc.) sind individuell mit den zuständigen IOM-Mitarbeitenden zu klären.Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF)
Eine freiwilllige Ausreise unbegleiteter Minderjährige ist generell möglich. Dabei wird genau geprüft, ob die freiwillige Rückkehr dem Kindeswohl dient. Außerdem werden Informationen zu den Familienverhältnissen im Herkunftsland sowie urkundliche Nachweise über die gesetzliche Vertretung in Deutschland benötigt.


Bedarfsorientierte Workshops von IOM für Beratungsstellen
Es besteht die Möglichkeit, bedarfsorientierte Workshops von IOM in Anspruch zu nehmen. Wir bieten Ihnen an, Sie in Ihrer Beratungsstelle zu besuchen und neben einer Einführung in REAG/GARP auch detaillierte Informationen zur Beantragung von Fällen mit medizinischen Bedürfnissen, Anforderungen bei der freiwilligen Rückkehr von unbegleiteten Minderjährigen, StarthilfePlus Programm etc. zu geben.
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen sowie bei Interesse an Frau Nathalie Kasparek, nkasparek@iom.int

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