REAG/GARP

Das Grundprogramm REAG/GARP unterstützt Sie finanziell und organisatorisch bei der freiwilligen Rückkehr in Ihr Herkunftsland oder der Weiterwanderung in einen aufnahmebereiten Drittstaat.
Wenn Sie freiwillig zurückkehren wollen bzw. in einen aufnahmebereiten Drittstaat weiterwandern und dies nicht selbst finanzieren können, hilft Ihnen das REAG/GARP-Programm. Es unterstützt Sie nicht nur bei der Organisation der Reise, sondern übernimmt auch die Kosten für das Flug- oder Busticket. Abhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit können Sie außerdem finanzielle Unterstützung für die Reise sowie finanzielle Starthilfe bekommen. Das Programm wird vom Bundesministerium des Innern (BMI), den zuständigen Ministerien der Bundesländer sowie vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU (AMIF) finanziert.

TIPP:
Im Erklärfilm auf der Startseite können Sie sich anschauen, wie eine freiwillige Rückkehr aussehen kann.

Art der Unterstützung
Ob und welche finanzielle Unterstützung Sie erhalten können, hängt von mehreren Kriterien ab, zum Beispiel Ihrer Staatsangehörigkeit. Folgende Leistungen sind möglich:
Reise- und Transportkosten
Reisebeihilfe: 200 €/p.P. ab 18 Jahren (100 €/p.P. unter 18 Jahren)*
Medizinische Zusatzkosten: maximal 2.000 € für bis zu drei Monate nach Ankunft im Zielland
Starthilfe: 1.000 €/p.P. ab 18 Jahren (500 €/p.P. unter 18 Jahren)**
*verminderte Reisebeihilfe bei den visaliberalisierten Staaten Albanien, Bosnien und Herzegowina, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Republik Moldau, Serbien, Georgien (Einreise nach dem 27.03.2017) und Ukraine (Einreise nach dem 10.06.2017) (siehe REAG/GARP-Programm 2019, Punkt 2.3.2)**Ob Sie Starthilfe erhalten können, erfahren Sie auf den jeweiligen Länderseiten oder in den Leitlinien REAG/GARP 2019 verfügbar im Downloadbereich unter IOM Informationsblätter.

NEU:
Für das Programmjahr 2019 sind Fahrtkosten vom Wohnort zum Flughafen bzw. (Bus-)Bahnhof im Bundesgebiet über das Programm förderfähig.

HINWEIS:
Abweichungen in Sonderfällen von unbegleiteten Minderjährigen oder frühzeitigen Ausreisen möglich.
Ein Rechtsanspruch auf Unterstützungsleistungen besteht nicht.

Unterstützte Personengruppen
Sie können mit REAG/GARP gefördert werden, wenn Sie selbst sowie unterhaltspflichtige Angehörige nicht über die benötigten Mittel für eine Rückreise verfügen (siehe Pfändungsfreigrenze, REAG/GARP-Programm 2019, Punkt 3.1.1) und zu folgenden Personenkreis gehören: abgelehnte Asylbewerber, ausreisepflichtige Ausländer, Flüchtlinge und Opfer von Zwangsprostitution oder Menschenhandel.
Staatsangehörige von EU-Mitgliedstaaten können nicht mit REAG/GARP gefördert werden. Davon ausgeschlossen sind Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Ihnen wird neben den Reisekosten auch finanzielle Unterstützung für die Reise gewährt.Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage werden momentan keine freiwilligen Rückreisen nach Syrien, Libyen sowie Jemen im Rahmen von REAG/GARP unterstützt. Die freiwillige Rückkehr nach Eritrea und Somalia ist nur eingeschränkt möglich und bedarf einer tiefergehenden Prüfung. Daher kann die Bearbeitung länger dauern. Weitere aktuelle Informationen können Sie immer auf den jeweiligen Länderseiten ansehen.
Antragstellung
Bevor Sie REAG/GARP beantragen, sollten Sie sich individuell und unverbindlich beraten lassen. REAG/GARP können Sie deshalb nur über eine Rückkehrberatungsstelle beantragen. Es gibt unabhängige Beratungsstellen und staatliche Beratungsstellen. Unabhängige Beratungsstellen finden Sie zum Beispiel bei Wohlfahrtsverbänden, staatliche Beratungsstellen in Sozialämtern oder Ausländerbehörden. Darüber hinaus können Fachberatungsstellen, zentrale Rückkehrberatungsstellen und der UNHCR für Sie REAG/GARP-Anträge stellen. Hier finden Sie die nächstgelegene Rückkehrberatungsstelle. Ihre mögliche freiwillige Rückkehr wird dann in Koordination mit der IOM organisiert.
Benötigte Dokumente
Um freiwillig ausreisen zu können, müssen Sie im Besitz eines gültigen Reisedokumentes (Bsp. Reisepass, Passersatzpapier, Aufenthaltstitel) für das jeweilige Rückkehrland sein. Einige Länder gestatten ihren Staatsangehörigen die Einreise auch mit einem EU Laissez-Passer durch die Ausländerbehörde, einem Emergency Travel Certificate oder gleichwertigen Ersatzdokument durch die Botschaft oder ein Konsulat.
Antragssteller afrikanischer Herkunftsstaaten benötigen häufig erst eine Buchungsbestätigung von IOM, bevor sie bei der Botschaft ihres Herkunftslandes das entsprechende Reisedokument beantragen können.
Reisen Sie in ein aufnahmebereites Drittland, so benötigen Sie ein Einwanderungsvisum, das zum dauerhaften Aufenthalt von einem Jahr berechtigt.Medizinische Sonderfälle und Flugtauglichkeit bei Schwangerschaften
Eine freiwillige Ausreise kann auch bei gesundheitlichen Einschränkungen erfolgen. Bitte beachten Sie, dass sogenannte MEDA-Fälle eine längere Bearbeitungszeit haben, abhängig von der Erkrankung und den benötigten medizinischen Gutachten.
Bei einer nachgewiesenen Schwangerschaft ist eine Flugtauglichkeitsbescheinigung notwendig.Medizinische Fälle sind auf dem REAG/GARP-Antragsformular unbedingt zu vermerken. Einzelheiten (Medikamente, ggf. medizinische Begleitung, ärztliche Gutachten etc.) sind individuell mit den zuständigen IOM-Mitarbeitenden zu klären.Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF)
Eine freiwilllige Ausreise unbegleiteter Minderjährige ist generell möglich. Dabei wird genau geprüft, ob die freiwillige Rückkehr dem Kindeswohl dient. Außerdem werden Informationen zu den Familienverhältnissen im Herkunftsland sowie urkundliche Nachweise über die gesetzliche Vertretung in Deutschland benötigt.
SMAP (Special Migrants Assistance Program)
IOM kann bei nicht förderfähigen Personen auf Wunsch gemeinsame Flugbuchungen über SMAP anbieten. Zusätzlich zum Flugpreis fällt eine Bearbeitungsgebühr an. Diese Kosten werden nicht über das Programm finanziert.


Bedarfsorientierte Workshops von IOM für Beratungsstellen
Es besteht die Möglichkeit, bedarfsorientierte Workshops von IOM in Anspruch zu nehmen. Wir bieten Ihnen an, Sie in Ihrer Beratungsstelle zu besuchen und neben einer Einführung in REAG/GARP auch detaillierte Informationen zur Beantragung von Fällen mit medizinischen Bedürfnissen, Anforderungen bei der freiwilligen Rückkehr von unbegleiteten Minderjährigen, StarthilfePlus Programm etc. zu geben.
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen sowie bei Interesse an Frau Nathalie Kasparek, nkasparek@iom.int

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IOM Antragsdokumente

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