ERRIN

ERRIN (European Return and Reintegration Network) ist ein gemeinsames Rückkehr- und Reintegrationsprogramm von zahlreichen europäischen Partnerstaaten unter der Leitung der Niederlande.

ERRIN unterstützt die Reintegration von rückkehrenden Personen und wird weitgehend durch die Europäische Union finanziert. Zudem wird der direkte Austausch mit Drittstaaten über bilaterale Maßnahmen im Bereich Rückkehr und Reintegration vertieft.



Schwerpunkte des Programms

  • Individuelle Unterstützung nach (freiwilliger und zwangsweiser) Rückkehr in das Herkunftsland (Drittstaat) durch ein Netzwerk lokaler Service Provider und Partner
  • Erleichterung der Rückkehr und Reintegration vulnerabler Personen
  • Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte im Bereich der Rückkehr und Reintegration
  • Entwicklung von Methoden zur Verbesserung der Beratung vor der Ausreise
  • Kooperation mit Drittstaaten zur Erleichterung der Rückkehr und Reintegration
  • Gewinn und Austausch von Erkenntnissen zur Weiterentwicklung des Programms

Förderung
Drittstaatsangehörige, die nach einer freiwilligen Ausreise oder Rückführung aus Deutschland Unterstützung bei der Reintegration in ihrem Herkunftsland benötigen, können einen Antrag auf ERRIN-Förderung stellen.

In folgenden Ländern kann derzeit Unterstützung angeboten werden
Äthiopien, Afghanistan, Armenien, Bangladesch, Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, DR Kongo, Gambia, Ghana, Guinea Conakry (nur für freiwillig Rückkehrende), Indien, Irak, Kamerun, Kasachstan, Kirgistan, Mali, Marokko, Mongolei, Niger, Nigeria, Pakistan, Ruanda, Russische Föderation, Senegal (nur für freiwillig Rückkehrende), Somalia, Sri Lanka, Tadschikistan, Togo, Ukraine

Wichtige Mitteilungen

Armenien: Änderung der Förderbedingungen zum 01.03.2021 für ERRIN Armenien. Die Fördersätze werden an die anderen ERRIN Länder angeglichen. Außerdem ist es nun nötig, für jedes erwachsene Kind, welches mit ausreist, einen separaten ERRIN Antrag einzureichen.

Kirgistan: Mit Blick auf die aktuelle politische Situation in Kirgisistan kann es zu Verzögerungen bei der Umsetzung der Reintegrationsunterstützung kommen. Es wird empfohlen, sich vor einer persönlichen Kontaktaufnahme zunächst per E-Mail oder telefonisch mit dem Service Provider in Verbindung zu setzen.

Nigeria: Mit Blick auf die aktuelle Situation in Nigeria kann es zu Verzögerungen bei der Umsetzung der Reintegrationsunterstützung kommen.

Ukraine: Personen, die nach der Visaliberalisierung (10.06.2017) nach Deutschland eingereist sind und in die Ukraine zurückkehren, können für eine ERRIN-Förderung leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Infolge der Covid-19 Ausbreitung (Corona) ist gegenwärtig eine persönliche Kontaktaufnahme mit dem ERRIN Service Provider nur im eingeschränkten Umfang möglich. Bitte nehmen Sie noch vor der geplanten Ausreise Kontakt mit dem Service Provider über Telefon, Email oder Skype auf. Geben Sie im Antrag auch immer Kontaktdaten für eine Erreichbarkeit an.

Bitte beachten Sie, dass mit Blick auf die Situation vor Ort Dienstleistungen wie Flughafenabholung und temporäre Unterbringung gegebenenfalls nicht zur Verfügung stehen. Nehmen Sie bitte in Fällen, in denen diese erforderlich sind, spätestens 7 Tage vor der geplanten Ausreise unter reintegration@bamf.bund.de Kontakt zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf.

Im Herkunftsland ansässige Vertragspartner, i.d.R. nicht-staatliche Organisation mit sozialer und humanitärer Verpflichtung gegenüber schutzbedürftigen Personen, ermöglichen in vertrauensvoller Zusammenarbeit einen Neuanfang im Herkunftsland. Das Ziel ist hierbei eine dauerhafte Reintegration.

Umfang der Reintegrationshilfen

  • Ankunftsservice (Flughafenabholung, kurzfristige Unterkunft)
  • Individuelle Beratung nach der Ankunft
  • Unterstützung im Bereich Wohnen (z.B. Grundausstattung, Mietzuschuss)
  • Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche
  • Unterstützung bei einer Existenzgründung
  • Beratung und Unterstützung bei sozialen und medizinischen Angelegenheiten sowie allgemeine Rechtsauskünfte

Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an der Anzahl der Rückkehrenden im Familienverbund und an der Vulnerabilität der Rückkehrenden.

Höhe der Sachleistungen

  • Freiwillige Rückkehr, Einzelperson: bis zu 2.000 EUR
  • Freiwillige Rückkehr im Familienverbund: bis zu 5.000 EUR
  • Bei festgestellter Vulnerabilität*: einmalig zusätzlich 1.000 EUR
  • Rückgeführte Personen: bis zu 1.500 EUR
    Der Höchstbetrag von 5.000 EUR kann nicht überschritten werden (auch bei vorliegender Vulnerabilität nicht).

*Als vulnerabel gelten: unbegleitete Minderjährige, alleinerziehende Eltern mit minderjährigen Kindern, Personen über 60 Jahre, Personen mit besonderen medizinischen Bedarfen, Behinderung, Schwangerschaft, Opfer von Menschenhandel und Prostitution.

Mit Blick auf die aktuelle COVID-19-Situation gewährt das BAMF allen Rückkehrenden in die ERRIN-Zielländer (mit Ausnahme von Armenien) bis auf Weiteres einen einmaligen Zusatzbetrag von 200,00 EUR/Einzelantragsteller bzw. 500,00 EUR/Familie. Dieser ist ausschließlich für die Kompensierung der im Zusammenhang mit COVID-19 gestiegenen Lebenshaltungskosten (z.B. Miete, Lebensmittel) sowie für kurzfristige medizinische Bedarfe (Hygieneartikel, Medikamente, Desinfektionsmittel, Mund-Nase-Schutz) vorgesehen. Die Implementierung dieser zusätzlichen Unterstützung erfolgt durch den Partner vor Ort.

(Ein Rechtsanspruch auf Förderung durch dieses Programm besteht nicht!)

Verfahren
Um ERRIN-Reintegrationsleistungen in Anspruch nehmen zu können, ist ein Antrag erforderlich (siehe rechte Spalte unter Download), der vollständig ausgefüllt und vom Rückkehrenden (Antragstellenden) unterzeichnet sein muss. Identitätsdokumente (z.B. Pass, Passersatzpapiere, Reisedokumente) sowie ggfs. Nachweise einer bestehenden Vulnerabilität müssen dem Antrag beigefügt sein. Die gesamten Unterlagen sollen als separate Scan-Dokumente an die im Formular angegebene E-Mail-Adresse übersandt werden.

Hinweis
Die Dauer der Antragsbearbeitung kann 5 bis 10 Tage in Anspruch nehmen. Antragsübermittelnde Stellen werden daher gebeten, frühzeitig Anträge zu stellen.

Von der Antragstellung bis zur Umsetzung der Reintegrationshilfen
Der ERRIN-Antrag wird bei einer Kommunal- , Landesbehörde oder einer Rückkehrberatungsstelle gestellt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhält den Antrag in der Regel per E-Mail und prüft diesen auf Förderfähigkeit. Sind die nötigen Voraussetzungen für eine Förderung gegeben, so legt das BAMF die Förderhöhe fest und leitet die Bewilligung an den Vertragspartner und die antragsübermittelnde Stelle weiter. Nach erfolgter Ausreise nimmt der/die Rückkehrende Kontakt zum Vertragspartner auf und legt mit diesem schriftlich ein Reintegrationsvorhaben fest. Dieses muss anschließend vom BAMF geprüft und bewilligt werden, bevor die Reintegrationshilfen umgesetzt werden können.

AntragsverfahrenAntragsverfahren

Innerhalb von sechs Monaten nach der Ausreise sollte die Reintegrationsunterstützung durch ERRIN abgeschlossen sein.

Sonstige Hinweise
ERRIN unterstützt die Reintegration nach erfolgter Rückkehr. Entstehende Kosten zur Vorbereitung der Ausreise (z. B. Beratungsgespräche, Fahrtkosten für die Beschaffung von Reisedokumenten) sind nicht förderfähig. Können Rückkehrende ihre Ausreisekosten nicht selbst finanzieren, besteht - neben den ERRIN-Leistungen - eine zusätzliche Fördermöglichkeit über das humanitäre Rückkehrprogramm REAG/GARP.

More Information

Return and reintegration in times of COVID-19


https://returnnetwork.eu/



ERRIN-Partner in Afghanistan
Durch einen lokalen Partnerwechsel ist seit September 2020 IRARA (International Returns and Reintegration Assistance) Afghanistan für die Organisation und Durchführung der Reintegrationsmaßnahmen zuständig. Weitere Informationen zu IRARA finden Sie auf der Webseite: https://www.irara.org/reintegration/

Für das Antragsverfahren und die weiteren Hilfsleistungen in Afghanistan ergeben sich keine Änderungen.