Medizinische Unterstützung (Medical Assistance - MEDA)

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Das REAG/GARP-Programm unterstützt Personen, die freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren wollen. Auch Menschen, die krank sind, werden von der Beratung bis zur Integration im Zielland begleitet.

In der Entscheidungsphase können Rückkehrinteressierte mithilfe des ZIRF-Counselling (Zentralstelle für Informationsvermittlung zur Rückkehrförderung) bei der individuellen Beratung zu medizinischen Fragen unterstützt werden, durch Individualanfragen oder allgemeinen länderspezifischen Informationsblättern, den sogenannten Country-Fact-Sheets (CFS).

Sollten sich Personen, trotz gesundheitlicher Einschränkungen für eine freiwillige Rückkehr entscheiden, muss ein Arzt prüfen, ob die Reisefähigkeit gegeben ist und eine Flugtauglichkeitsbescheinigung ausstellen, bevor Vorbereitungen für die Transportphase getroffen werden können.

In der Reintegrationsphase geht es um Möglichkeiten der medizinischen Weiterversorgung. Dafür müssen die Bedingungen im Herkunftsland stimmen. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Medikamenten, der Zugang zum Gesundheitssystem sowie die finanzielle und geografische Erreichbarkeit des Versorgungsangebots.

Förderfähige Personen
Menschen, die akut oder chronisch krank sind können medizinische Unterstützung bekommen, wenn sie förderfähig unter dem REAG/GARP-Programm sind. Dies umfasst sowohl körperliche als auch psychische Erkrankungen, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellen.

Besonderheit bei der Bearbeitung medizinischer Fälle
Bei der Bearbeitung medizinischer Fälle steht die informierte Entscheidung der/des Rückehrenden im Mittelpunkt. Der aktuelle Gesundheitszustand und die Reisetauglichkeit sind zu prüfen, das heißt es muss geklärt werden, ob während der Reise medizinische Unterstützung notwendig wird und inwieweit eine medizinische Weiterversorgung im Zielland gewährleistet werden kann. Der aktuelle Gesundheitszustand und die Reisetauglichkeit sind zu prüfen. Kann eine Weiterbehandlung im Heimatland nicht ausreichend oder überhaupt nicht erfolgen, ist sicherzustellen, dass die rückkehrinteressierte Person über mögliche Konsequenzen für ihren Gesundheitszustand aufgeklärt wird und somit eine informierte Entscheidung treffen kann. Die Zusammenstellung all dieser Informationen kann längere Zeit in Anspruch nehmen. Bei MEDA-Fällen muss daher mitunter mit längeren Bearbeitungsfristen gerechnet werden.

Art der Unterstützung
- Übernahme zusätzlicher Flugkosten, zum Beispiel medizinischer Sauerstoff, Business Class, Liegendtransport
- Übernahme von zusätzlichen bodengebundenen Transportkosten, zum Beispiel Krankentransport, Rollstuhltaxi
- Finanzierung einer (nicht-)medizinischen Begleitperson während der Rückkehr, zum Beispiel Familienangehörige, Rettungssanitäter, Arzt
- Vorrat an notwendigen Medikamenten für maximal 3 Monate (Sachleistung)

Sachleistungen für schwere medizinische Fälle
Kosten verschiedener Art können als Sachleistungen gefördert werden. Dazu gehören:
- Medizinische Behandlungen, zum Beispiel Arztbesuche, Operationen)
- Therapeutische Behandlungen, zum Beispiel Psychotherapie
- Medikamente, zum Beispiel Tabletten, Insulin
- Medizinische Hilfsmittel und -geräte, zum Beispiel Rollstuhl) (In Ausnahmefällen sind alternative Sach- und Dienstleistungen möglich.)

Sachleistungen nach der Ankunft können mit bis zu 2.000 EUR pro Person gefördert werden. Dabei muss es sich um Personen mit schweren/lebensbedrohlichen Krankheiten oder besonders pflegeintensive Fälle handeln. Die Übernahme von Kosten für medizinische Sachleistungen muss drei Monaten nach der Ankunft im Zielland beantragt werden.

Schwangerschaft
Bei einer nachgewiesenen Schwangerschaft sollte bei der Ausreise eine Flugtauglichkeitsbescheinigung (nicht älter als 8 Tage) mitgeführt werden – insbesondere ab der 28. Schwangerschaftswoche (SSW). Bei Antragstellung sollte auch eine vollständige Kopie des Mutterpasses mit eingereicht werden.

Zusatzinformation
Medikamente können nur nach Vorlage eines Rezepts und eines Kostenvoranschlags für maximal 3 Monate genehmigt werden. Ein Arztbrief sollte nicht älter als 2 Wochen sein. Das MEDA/MEDIF Formular sollte bei Antragstellung nicht älter als 7 Tage sein. Die Flugtauglichkeitsbescheinigung sollte bei Abflug nicht älter als 8 Tage sein.

Kontakt:
IOMdeMEDA@iom.int

Es besteht kein automatischer Anspruch auf diese Art der Unterstützung.


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