Was ist Freiwillige Rückkehr?

Die freiwillige Ausreise ist eine Möglichkeit für Migrantinnen und Migranten, die überlegen, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Zum Beispiel können Menschen, deren Asylantrag in Deutschland abgelehnt wurde, denen der Aufenthalt gewährt wurde oder deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, freiwillig zurückkehren. Im Jahr 2016 haben sich mehr als 54.000 Personen für diese Option entschieden.

In einer individuellen Rückkehrberatung können Sie die Möglichkeiten einer freiwilligen Rückkehr ergebnisoffen besprechen und so eine informierte Entscheidung treffen. Eine Beratung verpflichtet Sie nicht zu einer Ausreise. Auch Ihr Asylverfahren wird nicht beeinflusst.
Es gibt Unterstützungsprogramme, die Ihnen helfen, z. B. durch die Organisation der Reise, die Übernahme der Reisekosten und finanzielle Starthilfen.
Layer 1Bei einer freiwilligen Rückkehr können Sie den Termin für Ihre Ausreise selbst bestimmen und so Ihre Rückkehr planen und vorbereiten. Sie reisen selbstständig ohne behördliche Begleitung mit dem Flugzeug oder dem Bus aus.
Layer 1Bei Bedarf ist eine medizinische Begleitung und Versorgung und eine Ankunftsunterstützung möglich.
Layer 1In manchen Herkunftsländern gibt es Reintegrationsprogramme, die Ihnen bei Ihrem Neustart helfen können.

Freiwillige Rückkehr: In Würde zurückkehren

  • Ergebnisoffene und individuelle Beratung
  • Informierte Entscheidung
  • Schutz der Rückkehrenden
  • Organisatorische und finanzielle Unterstützung bei der Ausreise
  • Nachhaltige Reintegrationshilfen

Denken Sie darüber nach, in Ihr Herkunftsland zurückzukehren?

Rückkehrberatung und Entscheidung: Kontaktieren Sie eine Beratungsstelle und erfahren Sie in einem individuellen Gespräch, welche Möglichkeiten es gibt.

Es gibt unabhängige und staatliche Rückkehrberatungsstellen.

Es gibt unabhängige Beratungsstellen, zum Beispiel von Wohlfahrtsverbänden, NGOs oder anderen Organisationen, sowie staatliche Beratungsstellen, zum Beispiel in den Sozial– oder Ausländerbehörden. hier finden Sie die nächstgelegene Rückkehrberatungsstelle. Das Sprachangebot ist in jeder Beratungsstelle unterschiedlich. Sie können Personen zur Rückkehrberatung mitbringen, die für Sie übersetzen.

Eine Rückkehrberatung ist immer freiwillig und unverbindlich. Sie hat keinen Einfluss auf Ihr laufendes Asylverfahren.

Erst wenn Sie sich verbindlich für die freiwillige Rückkehr entscheiden und zum Beispiel eine Unterstützung mit REAG/GARP beantragen, verpflichtet Sie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), zu unterschreiben, dass Sie Ihren Asylantrag zurücknehmen und auf rechtliche Mittel verzichten.

Ob und welche finanzielle Unterstützung Sie erhalten können, hängt von mehreren Kriterien ab, zum Beispiel Ihrer Staatsangehörigkeit und Ihrem Asylstatus.

Im REAG/GARP-Programm können die Reisekosten für Ihre freiwillige Rückkehr übernommen werden und Sie erhalten eine kleine Reisebeihilfe. Abhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit können Sie außerdem finanzielle Starthilfen bekommen. . Für Menschen aus dem Westbalkan sieht das REAG/GARP-Programm ausschließlich die Übernahme der Reisekosten vor, sie können keine Reisebeihilfe oder Starthilfen erhalten.

In Ergänzung zu REAG/GARP können Sie mit StarthilfePlus eine zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Es hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit und Ihrem Aufenthaltsstatus ab, ob Sie StarthilfePlus bekommen können.Wenn Sie vor dem 1. Februar 2017 in Deutschland registriert wurden und vor dem 1. August 2017 vollziehbar ausreisepflichtig waren, eine Duldung haben oder einen zweiten Asylantrag gestellt haben, können Sie auch StarthilfePlus bekommen.

In manchen Herkunftsländern gibt es Reintegrationsprojekte, die Ihnen nach Ihrer Rückkehr bei einem Neustart vor Ort helfen können.

Dazu zählt zum Beispiel das ERIN-Programm, über das Sie unter anderem Unterstützung für eine Ausbildung, bei der Wohnungssuche oder bei einer Existenzgründung erhalten können. Finden Sie heraus, welche Reintegrationshilfen es für Sie gibt, indem Sie Ihr Herkunftslande in die Suchmaske eingeben.

Mit Hilfe des ZIRF-Counselling-Projekts kann Ihre Rückkehrberatungsstelle konkrete Informationen bei der IOM in Ihrem Herkunftsland erfragen.

So erfahren Sie beispielsweise, ob bestimmte Medikamente dort zur Verfügung stehen oder mit welchen Kosten bei einer Existenzgründung zu rechnen ist. Für manche Länder sind praktische Informationen in Länderinformationsblättern zusammengefasst.

Antrag und Vorbereitung: Ihre Rückkehrberatungsstelle stellt Ihren Antrag und hilft Ihnen mit den notwendigen Dokumenten und der konkreten Planung.

Wenn Sie sich für eine freiwillige Rückkehr mit REAG/GARP entschieden haben, füllt Ihre Rückkehrberatungsstelle mit Ihnen die Anträge für REAG/GARP und, falls Sie dafür in Frage kommen, für StarthilfePlus aus.

Die Anträge werden an die IOM geschickt und dort überprüft. Bitte beachten Sie, dass Sie keinen rechtlichen Anspruch auf Unterstützung haben. Wenn Sie freiwillig ausreisen, ist es möglich, wieder nach Deutschland zu kommen. Eine erneute Unterstützung Ihrer Rückreise gibt es dann nicht mehr. Falls Sie nach Ihrer freiwilligen Rückkehr dauerhaft nach Deutschland zurückkommen, müssen Sie die erhaltene Unterstützung zurückzahlen.

Die Rückkehrberatungsstelle unterstützt Sie auch bei der Beantragung der notwendigen Dokumente.

Um freiwillig ausreisen zu können, brauchen Sie einen gültigen Reisepass oder Passersatzpapier sowie eine Grenzübertrittsbescheinung (GÜB) für Ihr Rückkehrland. Einige Länder erlauben die Einreise auch mit dem EU-Laissez-Passer. Die Beratungsstelle hilft Ihnen bei der Beschaffung der Dokumente.

Sobald die IOM die Bestätigung an Ihre Beratungsstelle schickt, kann Ihre konkrete Planung beginnen.

In Absprache mit Ihrer Rückkehrberatungsstelle und Ihnen bucht die IOM Ihr Ticket für die Rückreise. Wenn Sie medizinische Unterstützung benötigen, können Sie gegebenenfalls bei der Reise in Ihr Herkunftsland begleitet werden. In manchen Ländern kann die IOM Sie zudem bei Ihrer Weiterreise oder mit einer temporären Unterkunft unterstützen. Bitte fragen Sie hierzu auch Ihre Rückkehrberatungsstelle.

Informieren Sie sich, ob Sie für ein Reintegrationsprogramm in Frage kommen. Beantragen Sie Hilfen mit Ihrer Rückkehrberatungsstelle und und bereiten Sie ihr Reintegrationsvorhaben vor.

Beantragen Sie mit Ihrer Rückkehrberatungsstelle ERIN-Unterstützung, sofern dies für Ihr Herkunftsland möglich ist. Über das ZIRF-Counselling-Projekt kann Ihre Beratungsstelle nützliche Informationen für Ihren Neustart einholen, zum Beispiel zum Arbeitsmarkt, zur Wohnungssituation oder zur medizinischen Versorgung.

Ausreise: Sie reisen mit einem Linienflug oder Fernbus aus.

Normalerweise reisen Sie per Flugzeug aus.

Vor der Ausreise gibt Ihnen Ihre Rückkehrberatungsstelle bei Ihrem Abschlussgespräch die Flugbestätigung und praktische Informationen für die Reise.

Bedenken Sie die Gepäckvorgaben, die für die jeweiligen Linienflüge gelten.

Die erlaubte Anzahl der Gepäckstücke oder die Gewichtsobergrenze kann je nach Fluglinie oder Flugstrecke unterschiedlich sein.

In einigen Fällen können Busausreisen gebucht werden.

Unter bestimmten Umständen sind auch Ausreisen mit dem PKW möglich.

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Neustart in Ihrem Herkunftsland: Nutzen Sie die Möglichkeiten.

Je nachdem wohin Sie zurückkehren, gibt es eine Ankunftsunterstützung.

Sie können in einigen Fällen medizinische Unterstützung, eine temporäre Unterkunft und Hilfe bei der Weiterreise erhalten.

Wenn Sie an einem Reintegrationsprogramm teilnehmen, kontaktieren Sie Ihre Ansprechperson vor Ort.

Beginnen Sie möglichst zügig mit Ihrem Reintegrationsplan.

Wenn Sie StarthilfePlus bekommen, erhalten Sie die zweite Rate sechs Monate nach Ihrer Rückkehr bei der IOM in Ihrem Herkunftsland.

Rufen Sie für eine Terminvereinbarung die IOM vor Ort an. Die Kontaktdaten von IOM finden Sie auf Ihren StarthilfePlus-Dokumenten.

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