ERIN Action Plan 2016 (AP 2016)

"AP 2016" (Laufzeit 01.08.2019 - 30.09.2021) ist ein ergänzendes Reintegrationsprojekt zu ERRIN für freiwillig rückkehrende Personen in die Herkunftsländer Äthiopien, Afghanistan, Gambia, Ghana, Irak, Nigeria und Pakistan.

Dieses Sonderprojekt führt das BAMF in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) durch. Ziel ist, mit innovativen Ansätzen verbesserte Reintegrationsperspektiven nach der Rückkehr zu schaffen. Hierfür bestehen zwei Konzeptionsmaßnahmen:

1. "Business Start-up Plus"

Business Start-up Plus soll die unternehmerische Führung eines eigenen (erfolgversprechenden) Geschäftsmodell stärken. Die reguläre ERRIN-Unterstützung dient vorrangig dem Existenzaufbau und der Sicherung des Familieneinkommens. Die AP2016-Ergänzungsförderung soll die Entfaltung der unternehmerischen Aktivitäten stärken und wird gewährt, wenn dadurch mindestens ein weiterer Arbeitsplatz entsteht. Dieser zusätzliche Arbeitsplatz soll grundsätzlich nicht durch enge Familienangehörige besetzt werden.

Höhe der Unterstützung (Sachleistung): bis zu 3.000 EUR/Person (bzw. Familie).

2. "Ausbildung und Beruf für Frauen"

Rückkehrende Frauen (ab 16 Jahre) können für eine stärkere wirtschaftliche Un-abhängigkeit ergänzende Hilfen erhalten, wenn sie an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen und dadurch Voraussetzungen für eine stärkere eigenbestimmte oder selbständige Tätigkeit geschaffen werden.

Höhe der Unterstützung (Sachleistung): bis zu 2.000 EUR/Person (bzw. Familie).

Bitte beachten Sie:
Die ergänzende Unterstützung im Teilprojekt ERIN AP2016 gilt bis längstens 30.09.2021. Vollständige "ERIN AP 2016-Anträge" können aus organisatorischen und abrechnungstechnischen Gründen grundsätzlich nur noch bis 30. April 2021 angenommen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte möglichst auch eine Ausreise erfolgen, um die notwendige Fortsetzung der Maßnahmen im Herkunftsland sicher zu stellen und die Ausgaben über das Projekt abzurechnen. Bei vorgesehenen Ausreisen ab 01. Mai 2021 empfiehlt das BAMF eine vorherige Kontaktaufnahme zu möglichen ERIN AP-Hilfen.

Allgemeine Voraussetzungen für die Gewährung von AP 2016 Zusatzförderung:
• Bewilligung der regulären ERRIN-Unterstützung
• Freiwillige Rückkehr in eines der vorgenannten Herkunftsländer
• Teilnahme an einer reintegrationsvorbereitenden Maßnahme in Deutschland zeitnah vor der tatsächlichen Rückkehr bei den Partnerorganisationen der GIZ, vorwiegend "Social Impact gGmbH" und/oder "Solwodi e.V.“ (einschl. Teilnahmebescheinigung)
• Verpflichtende Teilnahme/Fortsetzung an den AP 2016 Qualifizierungsmaßnah-men über den ERRIN-Service Provider im Herkunftsland
• Business Start-up Plus: Schaffung eines zusätzlichen Arbeitsplatzes, der grundsätzlich nicht durch enge Familienangehörige in Anspruch genommen wird.

Antragsverfahren

Für das Antragsverfahren gilt folgende Vorgehensweise:

a) Die RBS/ABH sendet den ERRIN-Antrag sowie ein Identitätsdokument (z.B. Ausweiskopie) per Email an reintegration@bamf.bund.de
Angaben zur AP 2016 Zusatzförderung sind im ERRIN-Antragsformular enthalten.
Die Teilnahmebescheinigung sowie die Kurzeinschätzung des geplanten Projektes, ausgefüllt vom Träger der Reintegrationsvorbereitenden Maßnahme, sollen möglichst zeitgleich mit dem ERRIN-Antrag eingereicht, andernfalls nachträglich an das BAMF übersendet werden. Die Teilnahmebescheinigung steht als Formular im Download zum Abruf zur Verfügung, die Kurzeinschätzung ist vom Träger der Reintegrationsvorbereitenden Maßnahme zu erstellen.

b) Das BAMF leitet die ERRIN-Unterlagen einschließlich Förderbescheinigung an den ERRIN-Service Provider weiter und weist auf die Zusatzförderung AP 2016 hin.

Die ERRIN-Service Provider organisieren und betreuen die AP 2016 Qualifizierungsmaßnahmen und stellen den Kontakt lokalen Partnern der Entwicklungshilfe, Arbeitgebern und sonstigen Institutionen her.

Die AP 2016 Unterstützung ist auf eine Konzeptionsmaßnahme beschränkt. Alle Aktivitäten und Kosten sind nur bis zum Ende des Projektzeitraums (30.09.2021) förderfähig.

Weitere Informationen, insbesondere zu den reintegrationsvorbereitenden Maßnahmen, erteilen auch die Reintegrations-Scouts der GIZ: https://www.startfinder.de/de/informationen-fuer-beratende

Aufenthalt/reintegrationsvorbereitende Maßnahme:
Die erfolgreiche Teilnahme an einer reintegrationsvorbereitenden Maßnahme ist zwingend notwendig, um das AP2016 Top-up erhalten zu können.
Die Teilnahme an einer reintegrationsvorbereitenden Maßnahme führt grundsätzlich nicht zu einer Verlängerung des Aufenthalts in Deutschland. Hierzu sollte ein Hinweis im Beratungsgespräch ergehen.